277
— Mein Herr, Sie fordern ziemlich viel, da Sie wollen, daß ich Ihnen ganz und gar nach⸗ geben ſoll.
— Ich fordere nichts, ich begehre nichts, ich habe keinen Wunſch vorgebracht. Eure Gnaden haben
mich rufen laſſen und ich habe mich eingefunden. Ich verlaſſe Sie, wenn Sie es ſo wünſchen.
— Und ich ſollte bis zu meinem Tode Ihre Schuldnerin bleiben!— rief Ihre Gnaden ſtolz. Sie kennen nicht Sophie von Krug, wenn Sie glau⸗ ben, daß Sie mit dem Bewußtſein lehen will, per⸗ ſönlich in Jemandes Schuld zu ſtehön, ohne zu ſuchen, es wieder zu vergelten.
— Dieſes iſt eine Privatſache Eurer Gnaden und darüber habe ich kein Recht mich zu äußern.
Wieder entſtand eine Pauſe, welche auch dießmal von Ihrer Gnaden unterbrochen wurde.
— Das einzige Hinderniß,— begann ſie,— welches es gegen Ihre Verbindung mit meiner Tochter gibt, iſt— Ihr Vater.
Ihnen ſchenke ich meine volle Hochachtung; aber es würde mich tief kränken, genöthigt zu wer⸗ den, mich als Verwandte eines Mannes zu be⸗ trachten, der eigentlich nichts geweſen iſt, als mein erſter Diener. Ich fordere als Bedingung meiner Einwilligung, daß Sie ihn überreden die Hauptſtadt zu verlaſſen und daß er nicht an der Hochzeit Theil nehme.
Jetzt kam die Reihe an den Doctor mit Stolz ſein ſchönes Haupt zu erheben. Er betrachtete die Profeſſorin mit einem ſtrengen Blick.
— Meine Gnädige, Ihre Worte haben mein


