Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Eine Pauſe trat ein. Ihre Gnaden hob wieder an:

— Bevor wir unſere Rechnungen abmachen, wünſche ich zu wiſſen, wie Sie mein Arzt wurden?

— Ihre Tochter rief mich, um ihrer Mutterzu

helfen und in dem Augenblick waren Sie nur die Mutter des Weibes, das ich anbete. Meine

Pflicht und mein Herz geboten mir, Ihr Retter zu werden. — und auch das Verlangen, dieſes ſtolze und übermüthige Weib zu Ihrer Schuldnerin zu machen ſie zu einer Erkenntlichkeit zu zwingen, welche Sie der Tochter näher bringen würde.

— Nein, meine Gnädige, nicht nach Ihrer Er⸗ kenntlichteit ſtrebte ich, ſondern wohl nach dem innern Bewußtſein, mir ſelbſt ſagen zu können: Dieſes Weib, welches nie eine unehrenhafte Handlung von Dir geſehen, welches trotz ſeinen Vorurtheilen ge⸗ zwungen worden iſt, dich hochzuachten, welches dich verletzt und gedemüthigt, welches dir alle möglichen Qualen bereitet hat und welches trotz dem Willen ihres verſtorbenen Mannes dir die Hand ihrer Tochter verweigert, dieſem Weibe will ich das Ge⸗ ſicht wieder geben, ohne daß es weiß, daß es dieſe Gabe von mir erhalten hat.

Dieſes war, hoffe ich, eine meiner vollkommen würdige Rache. Ich will nicht haben, daß Sie ſich als meine Schuldnerin betrachten, ich werde dieſes Bewußtſein für mich ſelbſt behalten. Es war nicht mein Fehler, daß Sie mein Geheimniß entdeckten und in demſelben Augenblick, wo ich erfuhr, daß