Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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wäre, aber ſie ließ die Hand wieder ſinken und rich⸗ tete ihre Augen auf Richard, der vor ihr mit der Binde in der Hand ſtand.

— Sehen Eure Gnaden?— fragte er mit ruhiger Stimme.

— Vollkommen gut. Ebenſo gut, als bevor ich blind wurde.

Ihre Gnaden ſtand mit ihrer gewöhnlichen ſtol⸗ zen Haltung auf, that einen Schritt und ſagte:

— Ich danke Ihnen, mein Herr, Sie haben mir mein Geſicht wieder gegeben.

— Es war meine Pflicht, als ich von meinem Amtsbruder berufen wurde, und ich bin vollkommen für meine Mühe dadurch belohnt, daß dieſelbe Er⸗ folg gehabt hat.

Der Doktor verbeugte ſich, ohne die dargereichte Hand zu ergreifen.

— Das Einzige, was ich hier zu ſagen habe, bevor ich Eure Gnaden ganz und gar der Pflege des Leibmedikus A. überlaſſe, iſt, daß Sie nur nach und nach Ihre Augen an das volle Tageslicht ge⸗ wöhnen.

— Sie hören alſo auf, mich zu pflegen?

— Ich bin vollkommen überflüſſig und muß mich deßhalb empfehlen.

Mit dieſen Worten nahm Richard Abſchied, ohne daß Ihre Gnaden mit einem Wort ihn zurück⸗ zuhalten ſuchte oder irgend einen weitern Ausdruck der Dankbarkeit hinzufügte.

Im Saale ſaß Albertine und erwartete den Aus⸗

gang, als der Doktor wieder eintrat.

— Nun?— ſagte ſie.