Sie fand ihn in ungewöhnlicher Gemüthsbe⸗ wegung im Zimmer auf⸗ und abgehend.
Aus dem ganzen Ausſehen des alten Mannes konnte man ſchließen, daß er durch irgend eine ge⸗ waltſame Einwirkung von Außen aus der Welt in welcher ſeine Seele zu verweilen pflegte, herausge⸗ rückt und in eine ihm gänzlich unbekannte hineinge⸗ worfen worden ſei.
Er glich einem Blinden, welcher ganz plötzlich ſein Geſicht wieder bekommen und verwirrt nach den ihm ganz unbekannten Gegenſtänden um ſich
chaut.
Als die Profeſſorin mit ſo vielem Geräuſch ein⸗ trat, wandte er die Augen nach ihr. Beim Anblick ſeiner Frau kam wieder jene dunkelrothe Flamme auf ſeinen gelblich bleichen Wangen zum Vorſchein,
— Du dürfteſt es wohl nicht auffallend finden, wenn ich eine Erklärung über Dein Betragen ver⸗ lange, etwas, wozu ich das Recht zu haben glaube.
— Ganz richtig, meine Süße; aber ich glaube auch eine Erklärung nöthig zu haben. Jaha, ſo iſt es.
— Hör mal, von Krug, wann war es gebräuch⸗ lich, daß Du Dich in Dinge miſchteſt, welche mich allein angehen, und in welchen ich allein mitzu⸗ ſprechen habe. Darf ich wiſſen, wann dieſer Ge⸗ brauch eingeführt wurde?
— Jann mich nicht erinnern, daß es irgendwo geſchrieben ſteht, ein Vater ſolle nichts mit ſeinen Kindern zu thun haben. Weiß nichts davon, daß ich je ſo etwas geleſen habe.
Seit geſtern Abend glaube ich klar einzuſehen


