Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Thüre zu nähern, um zu ihr hinaufzugehen, aber ſie hielt ein und murmelte:

— Nein, ich will, bevor ich ihr etwas ſage, erſt meine aufgeregten Gefühle zu beruhigen ſuchen. Ich werde mit der Unglücklichen und Kecken mit zermalmender Kälte und nicht unter dem Einfluß meines gerechten Zornes ſprechen. Ich werde ſie fühlen laſſen die ganze Wucht einer kalten und un⸗ verſöhnlichen Erbitterung und daß ſie ihre Mutter auf eine Weiſe beleidigt hat, die dieſe nicht verzeihen kann.

Sie ſtreckte die Hand nach dem Glockenzug aus und läutete.

Martha erſchien in der Thüre.

— Höre mal, Martha? Hat ſie geſehen, ob Jemand heute oder geſtern den Profeſſor beſucht hat? fragte Ihre Gnaden, der es gar nicht in ihren Kopf wollte, daß Albertine ſich auf eigene Hand an den Vater gewendet haben ſollte, der nie zwei Worte auf einmal mit der Tochter geſprochen.

Ihre Gnaden hatte angefangen zu befürchten, daß ihr Sohn an dem, was vorgekommen, ſeinen Theil gehabt. 6

— Ja, geſtern Abend, während Eure Gnaden Fremde hatten, ſah ich einen Herrn und ein Frauen⸗ zimmer die Treppe hinaufgehen. 6

— Kannte ſie dieſelben?

— Ihn nicht ſo ganz, aber ſie erkannte ich an der Kleidung.

— Nu— un, wer war es? — Fräulein Albertine, und er glich