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Dieſe Nacht ſchlief Ihre Gnaden nicht. Gedan⸗ ken von höchſt unangenehmer Natur hielten ſie wach. Im Gedanken ging ſie die unglücklichen Schickſale durch, welche ſie verfolgten.
Der Bruder hatte ſich mit einer Frau aus dem Volke verheirathet, die Tochter ſich in einen Mann aus dieſer Claſſe verliebt, und jetzt— um das Un⸗ glück voll zu machen, jetzt wurde ſie damit bedroht, die Tochter eines herumwandernden Juden zur Schwie⸗⸗ gertochter zu erhalten. O, es war wirklich mehr als hart, daß ſie, welche ſich etwas darauf zu gute that, in die Herzen der Kinder Verachtung gegen dieſe Emporkömmlinge niedergelegt zu haben, von der Schande getroffen werden ſollte, welche ſolche Verbindungen übereinſtimmend mit ihren Begriffen ihr zuziehen mußten— ſie, welche darauf gerechnet hatte, daß ihre Kinder ihr einen ehrfurchtsvollen Gehorſam ſchenken, daß ſie ſie für ein Orakel an⸗ ſehen würden, und daß ſie ſelbſt in ihrer Meinung ſo hoch ſtehen mußte, daß ſie in blindem Vertrauen ihren Willen zum Geſetz machen würden.
Sie hatte ſich in ihren Erwartungen auf eine bittere Weiſe getäuſcht geſehen. Wie ungleich war nicht das Reſultat ihrer Erziehung gegen das, auf welches ſie gerechnet, geworden! Aber die Urſache, warum es ſo ausgefallen, konnte die Profeſſorin nicht finden. Statt ſie bei ſich ſelbſt zu ſuchen, forſchte ſie darnach bei ihren Kindern, und kam zu dem Schluß daß ihre Halsſtarrigkeit von einem ſchlechten Charakter, den ſie von dem Vater geerbt, herſtamme.
Es iſt in der That erſtaunlich, wie ſchwer es


