Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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halten, unmerklich die Farbe zu ne aber Ihre Gnaden merkte das nicht. Ich habe mich nur von ihr daguerreotypiren laſſen.

Und ihre Eltern, was für eine Sorte von Juden ſind die?

Sie ſind geſtorben. Der Vater ſoll mit ſei⸗ nem Laden von Polen hierher gezogen ſein.

Und jetzt wohnt ſie allein.

Ja, beinahe. Sie hat zwar eine alte Jü⸗ din, eine Vater⸗ oder Mutter⸗Schweſter bei ſich; aber die ſieht man nie.

Iſt ſie vermögend?

Das glaube ich nicht. Sie hat gewiß einen guten Verdienſt, aber ſie macht auch jedes Jahr eine Reiſe in's Ausland.

Iſt ſie ſchön?

Eine Frage, die ſchwer zu beantworten iſt; ſie iſt zu gleicher Zeit häßlich und ſchön.

So o, gute Nacht!

Erlauben Sie eine Frage. Der Graf rich⸗ tete ſein hellblaues Auge forſchend auf die Pro⸗ feſſorin.

Sollte irgend ein Gerücht zu den Ohren Mamas gekommen ſein, welches dieſe Fragen ver⸗ anlaßte.

Wos für ein Gerücht ſollte das ſein?

Im Falle, daß Mama nichts gehört hat, dann ſchweige ich.

Der Graf verbeugte ſich, und Ihre Gnaden ließ ihn gehen. Ihr Stolz erlaubte ihr nicht, ihn zu fra⸗ gen, was er möglicherweiſe von Albert und der Jü⸗ din wiſſe.