Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Ach, meine Freundin, Dein Raiſonnement iſt, wie immer, richtig, und ich würde auf dieſelbe Weiſe raiſonnirt haben, wenn nicht.

Die Oberſtin machte eine Feltvoll Pauſe.

Wenn nicht?.... Die Profeſſorin rich⸗ tete ihre ſcharfen Augen mit einem Ausdruck auf die Freundin, welcher gar nicht freundſchaftlich war.

Wenn nicht der Zufall uns in der Schweiz zuſammengeführt und es mit ſich gebracht hätte, daß wir in demſelben Hotel wohnten. Mein Zim⸗ mer gränzte an das der Mamſell Israeli und wurde von demſelben durch ein dünne Thüre getrennt. Dieß hatte die Folge, daß ich eines Abends, ohne es zu wollen, eine Unterredung zwiſchen Deinem Sohn und der Jüdin mit anhörte.

Und dieſe Unterredung, wovon handelte ſie?

Von nichts mehr und nichts weniger, als von einem hohen Grade von Achtung und Zuneigung, ja Bewunderung von ſeiner und vieler Freundſchaft von ihrer Seite.

Die Profeſſorin öffnete gerade die Lippen, um eine ſcharfe Antwort zu geben, als in demſelben Augenblick Graf Stormhjelm zugleich mit der alten Freiherrin G eintrat.

Durch dieſe neue Geſellſchaft wurde die Unter⸗ redung abgebrochen, und die Profeſſorin hütete ſich wohl, ſie wieder aufzunehmen.

Der Graf blieb zurück, bis alle Andern die Pro⸗ feſſorin verlaſſen; denn ſie hatte ihm einen Wink gegeben.

Mein beſter Erik, Du biſt wohl ſo gut und kommſt morgen Vormittug hierher, da Du und mein