Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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die einzige ſein, welche nichts von ſeinem Verhält⸗ niß zu der jungen Jüdin, Mamſell Israeli, weiß?

Das iſt das erſtemal, daß ich den Namen jener Dame höre, antwortete die Profeſſorin ſtolz und wahrſcheinlich gehört das Verhältniß zwiſchen meinem Sohn und ihr zu denjenigen, welche junge Leute in unſern verdorbene Zeiten aus Leichtſinn anknüpfen, die aber nicht gern vor den Eltern er⸗ wähnt werden.

Dasſelbe dachte auch ich, aber ich mußte in⸗ deſſen bald meine Meinung ändern, als ich bei un⸗ ſerem Zuſammentreffen in Berlin das junge Mäd⸗ chen in Geſellſchaft mit Deinem Manne ſah. Er ſchien ſich ſehr für ſie zu intereſſiren.

Mein Mann! rief die Profeſſorin, und ſah die Oberſtin an, als wenn dieſe im Schlafe ge⸗ ſprochen.

Ja, der Herr Profeſſor ſelbſt, der ſonſt nie in Deinen geſellſchaftlichen Kreiſen erſcheint und nie mit einem Frauenzimmer ſpricht, ihn ſah ich, wie er ſich ganz beſonders für Mamſell Israeli intereſ⸗ ſirte. Wir trafen uns mehrmals, aber ohne daß er mich wieder erkannte.

Die Profeſſorin war dunkelroth geworden und ihre Lippen wurden ſo dünn, daß man ſie faſt nicht mehr ſehen konnte.

Aber alles dieß beweist eigentlich nur, daß mein Mann und mein Sohn die Geſellſchaft der Jüdin auf der Reiſe angenehm gefünden haben. Ich wenigſtens kann nicht daraus ſchl ießen, daß Albert ſolchen Perſon in irgend einem Verhältniß ſt h

Schwartz, Zwei Familienmütter. M. 2