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Biſt Du je über Deine eigenen Gefühle ins Klare gekommen?
Arvid ſchwieg. Die Mutter hob wieder an:
— Dein Schweigen ſagt mir, daß Du es gethan haſt. Nun wohl, da werde ich Dir ſchon helfen, das Räthſel Deines Herzens zu löſen. Das erſte Gefühl, das Du für Deine Couſine empfandeſt, war Bewunderung ihrer Schönheit und ihrer äußeren Pracht; aber die Bewunderung galt nur dem, was dem Auge ſchmeichelte, da das in dem Falle inner⸗ halb Deines Geſichtskreiſes lag; als Du Dich da⸗ von entfernteſt, verſchwand die Verzauberung.
Dazu kam eine gewiß verzeihliche Zufriedenheit damit, daß ſie im Allgemeinen gegen Dich mehr Freundlichkeit an den Tag legte, als gegen Deine beiden Geſchwiſter; ein Benehmen, das Deiner Eitel⸗ keit ſchmeichelte.
Ferner ſtellte ſich die Eigenliebe ein, welche Dir ins Ohr flüſterte, daß ſie Dich gewiß liebenswürdiger fand, als Andere. Ja, es war ſogar klar, wie die Sonne, daß es ſich ſo verhielt; ſie ſprach ja höchſt ſelten mit Jenny und Ernſt, nie mit dem Doctor, dagegen mit Dir immer. Du durfteſt ihr den Arm bieten den Shawl tragen,— lauter Gunſtbezeugun⸗ gen, die ſie Dir vor dem Baron und dem Grafen ſchenkte.
Dadurch bekamſt Du Veranlaſſung, an Deine eigene Liebenswürdigkeit, an Deine Vorzüge vor Anderen zu glauben.
Ach! wenn man, wie Du, ſiebenzehn Jahre alt iſt, dann hält man ſich oft für etwas höchſt Unge⸗ wöhnliches, und die Eigenliebe iſt dann immer be⸗
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