306
Liebe, die wahre, aufrichtige und ernſte Liebe ihres Kindes, welche eine Mutter zu gewinnen ſuchen muß.
— Sie werden wohl in drei Monaten erfahren, wer von uns Recht hat.
— Sie werden es nicht, gnädige Frau,— ant⸗ wortete der Doctor und verbeugte ſich,— denn ſelbſt wenn es Ihnen gelänge, ihre Tochter zu einem ſol⸗ chen das menſchliche Gefühl empörenden Schritte zu zwingen, ſo würden Sie doch ewig vor Gott Un⸗ recht bekommen.
Der Doctor machte eine Abſchiedsverbeugung und entfernte ſich.
Sobald der Doctor gegangen war, ſtürzte die Profeſſorin auf von dem Sopha und rief in unbän⸗ digem Zorne und mit der Hand gegen die Thüre ausgeſtreckt, durch welche der Doctor verſchwunden war:
— Recht oder Unrecht, ſo werde ich Dir zeigen, daß über mein Kind nur ich allein herrſche. Hierauf rief ſie Martha und gab ihr Befehl, Alles in Ordnung zu bringen.
Während der Major mit ſeiner Schweſter ſprach, hatte die Majorin ſich zu Arvid hinaufbegeben.
Das veränderte Betragen des Jünglings, ſein thörichtes Bemühen, Albertinens Aufmerkſamkeit auf ſich zu lenken, ſein Zorn, wenn ſich irgend ein An⸗ derer ihr näherte, Alles hatte die Majorin im Stillen bemerkt.
Da nun der Sohn bald das elterliche Haus ver⸗


