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— Mein Herr, ſind Sie wirklich bei Ihrem vollen Verſtand, daß Sie im wirklichen Ernſt vorausſetzen kön⸗ nen, daß meine Tochter Ihre Verlobte werden ſollte?
Ich begreife ganz wohl, daß es für einen Berg⸗ ſtröm ganz vortheilhaft ſein mag, in den Beſitz des Vermögens zu kommen, welches ein reiches Fräulein
von Krug ihrem Gatten mitbringt, und dadurch Eintritt in eine Familie zu erhalten, welche durch ihre Beziehungen die Pläne ſeiner Zukunft fördern
könnte.
In der That nicht übel berechnet, aber Schade,
daß Sie die Rechnung ohne mich gemacht. Nein, mein Herr, Sie müſſen für Ihre eigennützigen Ab⸗ ſichten ſich irgend einen andern Gegenſtand auser⸗ ſehen, als meine Tochter.
Wenn Sie, von Ihren Gleichheitsideen aufge⸗ geblaſen, ſelbſt Ihre eigene niedrige Herkunft über⸗ ſehen haben, ſo hätten Sie doch nicht vergeſſen ſollen, wie elend es ſei, daß ein armer Kerl ohne Ausſichten, ſich die Hand eines reichen Mädchens zu erſchwindeln ſucht, eines Mädchens, welches in allen möglichen Beziehungen hoch über ihm ſteht.
Der Doktor war, nach dem Aeußern zu urtheilen, gegen dieſe Ausfälle ganz und gar unempfindlich ge⸗ blieben. Nicht ein einziges Blitzen in ſeinen Augen verrieth den gerechten Aerger, welchen dieſe Worte in ſeiner Bruſt erregen mußten; nur auf ſeiner hohen Stirne hatten ſich einige leichte Falten gelagert. Mit einer Stimme, welche von Gemüthsbewegung frei war, antwortete er:
— Kein Eigennutz hat ſich mit meiner Liebe zu


