298
daß ein verlängerter Aufenthalt auf Rönby nur die Schwierigkeiten verdoppeln kann, welche ſich meinen Wünſchen entgegenſtellen. Das Fräulein hat näm⸗ lich hier Gelegenheit, dieſelben Phantaſien zu näh⸗ ren, welche ſie gegen eine Verbindung mit mir ſo abgeneigt machen. Ihre Abreiſe von hier würde demjenigen, welcher dreiſt genug iſt, es zu wagen, ſeine Augen zu ihr zu erheben, alle Hoffnung be⸗ nehmen. Fräulein Albertine hat noch von ihren Eltern ein Vermögen zu erwarten, welches bedeu⸗ tend genug iſt, um in den Augen eines armen Arztes einen wirklichen Reichthum auszumachen. Einen Roman mit einem Mädchen von ihrem Stande zu ſpielen, iſt ohnedies immer eine Ehre für Gärt⸗ ner Bergſtröm's Sohn.(Ich geſtehe, daß ich gern geſehen hätte, daß das Fräulein mir einen Rival von etwas edlerem Blute gegeben hätte.) Wenn Eure Gnaden belieben möchten, mir die Zeit Ihrer Ab⸗ reiſe mitzutheilen, ſo bin ich ſofort bereit, die Herr⸗ ſchaft nach der Hauptſtadt zu begleiten. In tiefſter Hochachtung Erik Stormhjelm.
— Ja ſo, das Fräulein trotzt mir.... Nun, wir werden doch wohl ſehen, wer herrſchen ſoll,— murmelte die Profeſſorin und legte den Brief lang⸗ ſam zuſammen. Hierauf rief ſie Martha.
— Gehe hinunter und ſuche den Doktor und bitte ihn, zu mir heraufzukommen. Vermeide dabei alles unnöthige Aufſehen.
Einige Augenblicke darauf erſchallten Tritte auf
der Treppe und Martha öffnete die Thüre für den Doktor.


