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nicht bis zu einem ſolchen Grade die Gaſtfreundſchaft mißbrauchen wollen, daß Du mich erſt beleidigſt und dann das künftige Glück meiner Tochter zerſtörſt.
— Ich thue, was ich ſoll und muß, ohne mich um Deine gräflichen Günſtlinge zu kümmern. Minna wird alſo augenblicklich als die geſetzliche Tochter meiner Schweſter anerkannt. Ich könnte raſend wer⸗ den, wenn ich an Dein Betragen gegen das Mäd⸗ chen denke. Wenn die Grafen der ganzen Welt und das ganze übrige Adelsgeſindel anweſend wäre, ſo wird es geſchehen; ich bin dem armen verlaſſenen Kinde dieſe Genugthuung ſchuldig.
— Ich werde in ein paar Tagen abreiſen, Gu⸗ ſtav! Warte wenigſtens bis dahin.
— Nein, nicht eine Minute warte ich.
Der Major ging und ſchlug die Thüre heftig hinter ſich zu.
Außerhalb derſelben ſtieß er mit Martha zuſam⸗ men, welche einen Brief in der Hand hielt. Sie ging hinein zu der Profeſſorin und übergab ihr denſelben.
Der Brief war vom Grafen und enthielt Fol⸗ gendes:
„Meine gnädige Frau Profeſſorin!“
„Meine geſtrige Unterredung mit Fräulein Al⸗ bertine gab mir ſo geringe Hoffnung, daß ich wahr⸗ lich nicht weiß, wie ich meine Stellung betrachten ſoll. Ich fühle, daß ich bereit bin, mich lieber Al⸗ lem, was es auch ſein mag, zu unterwerfen, als auf das Glück zu verzichten, welches ich mir an der Seite Albertinens geträumt habe. Verzeihen Sie mir deshalb, wenn ich die Befürchtung ausſpreche,


