Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Der andere Brief war an Albertinens Amme gerichtet, und enthielt eine Verſchreibung von fünfzig Reichsthalern jährlich, wenn ſie das Kind, welches die Profeſſorin ihrer Pflege anvertraute, für das ihrige ausgeben wollte. Falls ſie eines Tags ver⸗ rieth, daß das Kind nicht das ihrige ſei, würde die ihr zugeſagte Penſion aufhören.

Außerdem zog der Major einen dritten Brief, welcher auch an Ekebergs Schweſter geſchrieben war, hervor, und der, wie es ſchien, eine kurze Antwort auf eine Anfrage wegen des Kindes enthielt.

Dieſer Brief enthielt nur folgende Worte:

Sie können vollkommen ruhig ſein. Das Kind meiner Schweſter hält ſich in meinem Hauſe auf, und wird mit meiner Tochter erzogen; aber auf Ihr Verſprechen geſtützt, verbitte ich mir für die Zukunft weitere Nachfragen.

Sophie von Krug.

Beim Anblick dieſes letzten Briefes war die Pro⸗ feſſorin erbleicht; aber ohne etwas von ihrer ſicheren Haltung zu verlieren, bemerkte ſie:

Es ſcheint mir, daß ich in jeder Beziehung meine Pflichten erfüllt habe, da ich auf eine ſolche Weiſe für das Kind Sorge getragen.

Hör' mal an, Frau Schweſter! Biſt Du eine Mutter für Dein Schweſterkind geweſen, haſt Du ihm dieſelbe Erziehung gegeben, wie Deiner eigenen Tochter?

RNein, es war durch ſeine Geburt nicht dazu berechtigt.

Richt! Und der Grund? Der Major ſah ſeine Schweſter mit Augen an, die ebenſo durch⸗