Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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bildung lieben; aber dasjenige, welches, wie ich, vollen Grund hat, Sie zu verachten, wird nie dahin ge⸗ langen, Sie zu lieben.

Welches häusliche Glück können Sie an der Seite einer Gattin hoffen, deren Herz Ihnen nie die cannibaliſche Grauſamkeit verzeihen wird, mit welcher Sie ſie gezwungen haben, vor Gott und Menſchen einen Meineid zu ſchwören? Glauben Sie, daß ſie je bei Ihnen ihr Glück, ihre Befriedi⸗ gung ſuchen wird? Nein, ſie wird, eben als Frau, Sie fliehen. Sie hat einen falſchen Eid geſchworen und es wird ihr auf dieſe Weiſe unmöglich, mit Achtung an ihre Pflichten zu denken.

An dieſen Mann, welcher ſich ihre Hand er⸗ zwungen hat, wird ſie ſich nie vor ihr Gewiſſen gebunden glauben, ſondern ſie wird eine ſchlechte und pflichtvergeſſene Gattin. Welches Recht haben Sie auf ihre Treue, auf ihre Liebe, da Sie ſie ge⸗ zwungen haben, ihre Frau zu werden.

Ich fühle in meinem Innern, daß wenn ich ſchwach genug wäre, mich durch eine herrſchſüchtige Mutter zu einer Verbindung mit Ihnen verleiten zu laſſen, ſo würde ich nachher mit Haß im Herzen meine Pflichten mit Füßen treten und mich dadurch rächen, daß ich Ihren ſtolzen Namen in den Schmutz hinabzöge.

Ich fühle, daß wenn man mich an einen Mann, den ich verachtete, feſtſchmiedete, ſo würde ich da⸗ durch in eine Furie verwandelt werden, die kein Bedenken nähme, ſich ſelbſt verächtlich zu machen, um dadurch über den Mann Schande zu bringen, den ich haßte und verabſcheute.