Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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erfahren. Du mußt mir verzeihen, aber Deine Ant⸗ wort auf meine Fragen vor neunzehn Jahren waren ziemlich oberflächlich und wenig befriedigend. Ich will jetzt wiſſen, mit wem ſie, wie man ſich erzählt, nach Kopenhagen reiste, ſowie auch Deine Gründe, ihre Heirath mit jenem Menſchen zu hindern.

Die Augen des Majors ruhten mit einem durch⸗ dringenden Ausdruck auf der Schweſter. Er bemerkte ein heftiges Zuſammenziehen der Augenbrauen, ein haſtiges Zuſammenkneifen der Lippen und einen ge⸗ ringen Wechſel der Geſichtsfarbe, welches alles eine Gemüthsbewegung wiederſpiegelte, die die Profeſſorin mit aller Anſtrengung nicht unterdrücken konnte.

— Alle die Geſchichten ſind für mich ganz und gar fremd,— antwortete die Profeſſorin.— Alles, was ich weiß, iſt, daß es Charlotte von unſerem Hausarzt angerathen wurde, ausgezeichnet Aerzte in Kopenhagen um Rath zu fragen. Sie reiste ab, blieb weg ein Jahr, kehrte bedeutend ſchlechter zurück und ſtarb nach ſechsmonatlicher beſtändiger Abzehrung.

— Zu Hauſe bei Dir?

— Nein, Albertine ſollte damals gerade zur Welt kommen, und ich ſelbſt war ſo ſchwach, daß Charlotte unmöglich zu Hauſe ſo gepflegt werden konnte, wie ſich gehörte, und wurde deshalb der Pflege einer meiner Bekanntinnen anvertraut.

— Wer war das?

— Ach, ſie iſt todt.

— Aber ich wünſchte den Namen jener Freun⸗ din zu wiſſen.

Der Major erhob die Stimme und an den ge⸗