Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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in der Bruſt des jungen Mädchens wohnte. Minna ergriff ihre Hände bedeckte ſie mit Küſſen und ſtam⸗ melte ſchluchzend:

— Du Gute! Nicht darf ich Deinen Schmerz vermehren. Ach, Albertine! thue alles was Du

willſt mit mir; mein Leben gehört Dir, und ich

werde ohne Klagen, ohne einen Seufzer mich Deinem Willen fügen. Die beiden Mädchen umarmten einander herzlich.

Als der Doktor beim Mittagstiſch wie gewöhn⸗ lich ſeinen Platz neben Albertine hatte, gelang es ihr das Billet in ſeine Hand zu ſtecken, ohne daß die Mutter es merkte.

Als man vom Tiſche aufgeſtanden war, nahm

Jenny Albertine unter den Arm und promenirte

mit ihr im Garten. Der Doktor und die Majorin waren in einem eifrigen Geſpräch begriffen und der Major hatte ſich im Vorgemach ins Sopha neben ſeiner Schweſter niedergelaſſen.

— Du biſt jetzt über zwei Monate hier, und trotzdem kann man kaum ſagen, daß wir vier Worte mit einander geſprochen. Wir müßten nichtsdeſto⸗ weniger als Geſchwiſter, welche einige und zwanzig Jahre getrennt geweſen, einander viel zu ſagen haben.

— So dürfte es ſein, mein lieber Guſtav, aber es iſt nicht mein Fehler, daß wir getrennt ſind. Ich war nicht diejenige, welche die Veranlaſſung zum Bruch zwiſchen uns gab.