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zu erregen! Wenn ich das merken ſollte, werde ich den Doktor offen vor meinem Bruder als einen Mann anklagen, welcher die Geſetze der Gaſtfreiheit und der Ehre verletzt hat; denn er hat durch eine ſtrafbare und unerlaubte Liebe Deinen Namen und Deine Ehre dem Gerede preisgegeben. Du haſt jetzt meinen Willen gehört.
Die Profeſſorin ging langſam nach der Thüre.
Albertine ſtand unbeweglich.
Als ſie ſich endlich allein befand, ſank ſie ver⸗ nichtet auf einen Stuhl. Aber kein heftiges Schluch⸗ zen, keine wilden Klagen kamen über ihre Lippen; nur ein Paar große Thränen fielen langſam auf ihre gefalteten Hände herab.
So ſaß ſie lange in ihre Verzweiflung verſun⸗ ken; denn Verzweiflung war der richtige Name für den Schmerz, welcher in ihrem Inneren wüthete.
Endlich erhob ſie ihr gebeugtes Haupt, warf einen Blick im Zimmer herum, und als ihre Augen auf einen kleinen eleganten Schreibtiſch fielen, ſtand ſie auf und näherte ſich demſelben. Sie ſchrieb:
„Richard!— Sie weiß Alles.— Sie hat mir mit ihrem Fluch gedroht, falls mein Herz Dir treu bliebe. Sie hat beſtimmt, daß meine Hochzeit mit Graf Stormhjelm in vier Monaten von heute an ſtattfinden ſoll.— So entſetzlich hätte ich nie ge⸗ glaubt, daß ſie ſein könnte. Mir bleibt nichts übrig, als zu ſterben. Aber bis in den Tod bleibe ich
Deine treue Albertine.“
Sie legte den Brief zuſammen, und verſteckte
ihn in ihrer Roätaſche, worauf ſie beim Klange der


