Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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— Blos die Wahrheit. Es iſt allerdings eine Sprache, welche ich bisher nicht gewagt gegen meine Mutter zu führen, aber von heute an habe ich meine Furcht überwunden, und werde mich künftig derſel⸗ ben bedienen. Mama fragt mich, welche Verbin⸗ dung ich bei der Hütte des Waldhüters angeknüpft. Keine, denn bereits vor drei Jahren hatte ich dem Doktor meine Hand und Herz zugeſagt. Unſere Zu⸗ ſammenkünfte ſind nur aus dem Bedürfniß gegen⸗ ſeitiger Mittheilung entſtanden, wie eine ſolche der Liebe mitgeboren iſt. Mich dieſer Gefühle zu ſchä⸗ men, kann mir nie einfallen; ich bin im Gegentheil ſtolz darauf.

Die Profeſſorin hatte die Arme ihrer Tochter losgelaſſen, und ſtand nun vor ihr mit ihren eigenen über die Bruſt gekreuzt.

Sie hatte die Tochter ſprechen laſſen, ohne ſie durch einen einzigen Zorneslaut zu unterbrechen, aber es ſchien, als wenn jedes einzelne Wort Alber⸗ tinens das ſtrenge Geſicht verſteinerte, und als ſie ihre Rede ſchloß, hätte man ſchwerlich glauben ſollen, daß die Profeſſorin ein lebendes Weſen ſei, wenn nicht die durchdringenden Augen mit ihrem ſcharfen, drohenden Ausdruckſich unverwandt auf die Tochter ge⸗ richtet hätten. So viele Erinnerungen des ſtrengen und drohenden Ausdrucks in den Geſichtszügen der Mutter Albertine auch hatte, ſo konnte ſie ſich doch eines ſolchen, wie das, welches ſich jetzt ihr darbot, nicht entſinnen.

Das junge Mädchen fühlte, daß, wenn dieſe farb⸗ loſen, dünnen Lippen ſich öffneten, ſie etwas Entſetzliches ausſprechen würden. Albertine hätte der Mutker zu