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gegeben, nicht möglich, daß ſie die Lehren, welche ihr die Mutter von der Kindheit an eingeſchärft, unbeachtet laſſen konnte. Genug, es mußte eine Un⸗ möglichkeit ſein; und unter allen Umſtänden hielt ſie es für am klügſten, die Sache gar nicht gegen ihre Tochter zu erwähnen, ſondern die ganze Schuld auf Minna zu ſchieben, ſie mochte nun ſchuldig ſein oder nicht.
Falls Albertine wirklich ſich bis dahin vergeſſen, wie es Martha behauptete, die Profeſſorin aber verwarf, daß ſie ſich in den Sohn eines Gärt⸗ ners verliebt hätte, ſo würde ſie es doch nie wagen, ihrer Mutter ein ſolches Verhältniß einzugeſtehen. Und ſelbſt das angenommen, ſo ſei es eine feine Politik, unter allen Umſtänden Minna für die Schul⸗ dige gelten zu laſſen, und dadurch zu gleicher Zeit einen Vorwand zu erhalten, ſie aus dem Hauſe zu jagen.
Als die Profeſſorin angezogen war, ließ ſie Al⸗ bertine ſagen, doß ſie nach dem Frühſtück zu ihrer Mutter in den Pavillon kommen ſolle, da ſie mit ihr zu ſprechen wünſche.
Die Profeſſorin hatte mit Fleiß den Pavillon gewählt, damit Riemand ihr Geſpräch mit der Toch⸗ ter belauſchen konnte.
Bei ihrem Eintritt in den Pavillon fand Alber⸗ tine ihre Mutter mit einer ungewöhnlich ſanften Miene im Sopha ſitzen.
Ich habe Dich rufen laſſen, weil ich Dir etwas Wichtiges zu ſagen habe, welches ich nicht von hor⸗ chenden Ohren aufgeſchnappt wiſſen will. Da oben gränzen die Zimmer ja ſo nahe an einander, daß
Schwartz, Zwei Familienmütter. I. 8


