Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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rief Jenny gerührt und lächelte ihrem Vater zu mit einem Paar großer Thränen in den Augen.

In demſelben Augenblick öffnete ſich die Thüre und die Majorin trat ein.

— Mutter, Du haſt in dieſem garſtigen Mädchen da ein recht gefährliches Weib erzogen. Sie iſt ein liſtiges Perſönchen, das Alles mit Deinem Manne macht, was ſie will. 2

Damit küßte er Jenny auf die Stirne, reichte der Majorin die Hand, und fügte mit einem herz⸗ lichen Blick auf die Letztere hinzu:

Wie die Mutter iſt, ſo wird die Tochter.

Die Profeſſorin hatte genau überlegt, wie ſie handeln mußte. Sie war ſo weit gekommen, daß ſie ſchließlich

die ganze Geſchichte Martha's für einen Irrthum

anſah. Martha hatte die Sache ganz unrichtig auf⸗ gefaßt. Sie, die Profeſſorin, rechnete aus, daß es durchaus nicht Albertine, ſondern Minna geweſen, welche das Stelldichein mit dem Doktor gehabt. Nein, es konnte nicht ihre Tochter ſein, welche ſich bis dahin vergeſſen, daß ſie für einen Mann von ſo niedriger Herkunft Liebe faßte. Sie, Fräu⸗ lein von Krug, konnte ihre eigene Würde oder das, was für den Sprößling eines adeligen Geſchlechts paſſend ſei, nicht ſo weit vergeſſen. Es war nach der Erziehung, welche die Profeſſorin ihrer Tochter