Dir geplagt; jetzt mußt Du ſort, und das augen⸗ blicklich.— Ihre Gnaden deehte ſich um, um das Zimmer zu verlaſſen; aber Minna ſprang ihr nach und ergriff ihre Hand; während ein Strom von Thränen über ihre Wangen ſtürzte, flehte ſie:
— Verzeihen Sie mir. Stoßen Sie mich nicht in die Welt hinaus. Ich habe weder Eltern, noch Heimath oder Angehörige. Aus Barmherzigkeit, Eure Gnaden! verzeihen Sie mir mein ſchlechtes Betragen, ich be⸗ reue es bitter; ich verſpreche, durch Fleiß und De⸗ muth es wieder gut zu machen. Erlauben Sie bloß, daß ich hier bleibe, wo ich aufgewachſen bin.
Minna war faſt in die Kniee geſunken;— aber die Profeſſorin zog ihre Hand zurück und bemerkte mit Härte:
— Du ſollſt gleich ausziehen; aber um Dir zu zeigen, wie gut ich bin, ſo werde ich in einem an⸗ ſtändigen Hauſe für Dich zahlen, bis Du einen Platz haſt. Ich will nicht, daß man von mir ſagen ſoll, daß ich Jemanden auf die Straße geworfen habe; aber aus meinem Hauſe mußt Du ſchon in einer Stunde. Du kannſt bei Martha's Schweſter wohnen, bis Du eine Stelle bekommſt.
Minna verbarg ihr Geſicht in den Händen und und brach in ein heftiges Schluchzen aus. Ihre Gnaden that ein Paar Schritte gegen die Thüre; aber auf der Schwelle ſtand ein junger Mann von. einem kraftvollen Ausſehen und energiſch unbeug⸗ ſamen Zügen.
— Meine Mutter,— ſagte der junge Mann,— verzeihen Sie Minna!
— Albert! gehe in Dein Zimmer und miſche


