Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Es iſt Mamſell Minna, die ſich amüſirt, wenn Ihre Gnaden fort ſind, antwortete Martha mit einem Ausdruck tiefen Mißfallens.

Ja ſo, ſte braucht ſich zu amüſiren? Mehr ſagte die Profeſſorin nicht, aber nach dem ſtarken Zuſammenkneifen der Lippen zu ſchließen, ſchien ſie ihrerſeits aufgelegt zu ſein, Mamſell Minna zu amüſiren. Sie drehte den Schlüſſel zu Albertinens Kammerthüre um und dieſe ſprang auf.

Da ſtand nun Minna vor dem Spiegel mit Al⸗ bertinens neuem Hut und ſchöner Seideſammet⸗ Mantille angethan, während ſie die coquetteſten Ver⸗ beugungen mit dem Kopf machte, ihr eigenes Bild anlachte und ſang. Sie hatte nicht gehört, daß die Thüre geöffnet wurde, ſondern ſchwenkte ſich gerade um, um ihr recht einnehmendes Bild von der Seite zu betrachten, befand ſich aber durch dieſe Schwen⸗ kung Angeſicht zu Angeſicht mit Ihrer Gnaden.

Minna blieb mitten in der Pirouette ſtehen und verſtummte. Sie glich einer Bildſäule, welche den perſonificirten Schrecken darſtellt. Die Augen ſtarr⸗ ten mit Entſezen die gereizte Beherrſcherin an, die in der Thüre ſtand.

Man muß zugeben, daß Minna allen Grund hatte, erſchrocken auszuſehen. Erſtens wurde ſie über⸗ raſcht, wie ſie mit den Kleidern des jungen Fräu⸗ leins angethan, ſich damit beſchäftigte, ſich zu ſpie⸗ geln, und dann dann, welche entſetzliche Unord⸗ nung im ganzen Zimmer, die Ruhekiſſen lagen quer über den Fußboden, die Schemel waren von oben nach unten gekehrt, Stühle und Tiſche durch einander, nicht von der Toilette zu reden, auf welcher alle Gegen⸗

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