Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

Ach wie luſtig iſt es, der gnädigen Mama einen Poſſen zu ſpielen! Ja, ich werde beſtimmt närriſch vor Freude, falls Albertine ſich mit dem Sohne des Gärtners Bergſtröm verheirathet. Die Gnädige bekommt einen Schlag auf den Buckel, aber das hindert Albertine nicht, glücklich zu werden. Ich werde aus Freude darüber, das böſe Weib ſ zu ſehen, faſt aufgelegt ſein, mit zur Leiche zu gehen.

Jetzt warf ſie den Stuhl von ſich, hielt mit dem Tanzen ein, ſprang vor den Spiegel hin, begann ihr Haar auf alle mögliche Weiſe zu ordnen und ſang:

Raſch, Hedda, kleid' mich an im Nu, Ich eil' dem luſt'gen Balle zu!

Während Minna oben in Albertinens Kam⸗ mer ſich beſtens amüſirte, war dieſe in den Garten hinabgegangen. In der großen Allee mäßigte ſie ihre Schritte und blickte furchtſam um ſich. Am Ende derſelben ſah man die Hrangerie, und dort ſollte er, nach Minna's Ausſage, ſein. Einen Au⸗ genblick blieb Albertine ſtehen, als wenn ſie gezwei⸗ felt hätte, aber dann ſetzte ſie raſch ihren Weg nach

der Orangerie fort. Als ſie an dem grünen Platz desſelben angekommen war, begegnete ſie einem jungen Mann. Er nahm ſeinen leichten Sommer⸗ hut ab und ſagte halb lächelnd, halb traurig:

Ich fürchtete, daß ich Dich heute nicht ſehen