durch Machtſprüche und einigemal durch Zorn den Verſuch gemacht, ihren Mann dazu zu bewegen, die⸗ ſelbe mit der Wohnung in ihrem Hauſe auf der Königinſtraße zu vertauſchen. Der Profeſſor, wel⸗ cher mit Entſetzen daran dachte, daß ſeine geliebten Philoſophen von dem Platze, welchen ſie ſo viele Jahre eingenommen hatten, verrückt werden möchten, hatte einmal für allemal beſtimmt erklärt, daß wenn ſie einen einzigen Stuhl auf einen andern Platz ſtellte, oder den geringſten Verſuch machte die Woh⸗ nung auszuräumen, ſo würde er nach dieſem Tage ihr nie mehr eine Vollmacht zur Erhebung von Gel⸗ dern geben, und ſo mußte ſie ſich gegen ihren Wil⸗ len dazu bequemen in dieſer wenig ariſtokratiſchen Straße zu wohnen.
Die Profeſſorin von Krug hatte indeſſen in den dreißig Jahren, wo ſie in dieſer Wohnung geherrſcht, ſo viele Verſchönerungen und Verbeſſerungen darin gemacht und Alles ſo bequem und elegant einge⸗ richtet, daß man nicht ohne Grund ihr Haus ein Paradies in Miniatur nannte.
Ob unſer junger Diſtrictsrichter Albert, welcher, dem ausdrücklichen Willen der Mutter gemäß, ſich dazu bequemen mußte, bei den Eltern zu wohnen, auch fand, daß dieſe Heimath etwas einem Pa⸗ radieſe Aehnliches an ſich habe, laſſen wir dahin geſtellt ſein, und glauben auch nicht der Wohrheit zu nahe zu treten, wenn wir behaupten, daß es Albertine vorkam, als ſei dieſe Benennung eine ſchneidende Parodie auf die Wirklichkeit.


