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denn dann möchteſt Du mir dieſes Dein unwürdiges und ſchändliches Betragen bezahlen müſſen. Sophia von Krug.“
Seit dieſem Ereigniſſe waren wieder Jahre ver⸗ floſſen. Albert hatte mit Auszeichnung das Hofge richtseramen gemacht, war zur Zeit unſerer Er zählung 27 Jahre alt und führte den Titel Vice⸗ diſtrictsrichter.
Die Schweſter, Albertine, ein ſchönes und ſtatt⸗ liches Mädchen hatte nie auf irgend eine Weiſe an den Tag gelegt, daß ſie einen eigenen Willen beſäße, ſondern ſchien eine gehorſame Sklavin unter der Herrſchaft der Mutter zu ſein.
Betrachtete man Albertinens ſchöne Geſichtszüge und die ſcharfen Conturen darin, ſo fiel es Einem ſchwer, an die ſtets gegen die Mutter bewieſene Un⸗
erwürfigkeit zu glauben. Die ſtolzen, blitzenden Augen, der kleine, trotzige Mund, die hohe, freie
Stirne, die ſichere Haltung— Alles an dem Aeuße⸗
ren des neunzehnjährigen Mädchens deutete auf eine ſelbſtſtändige und ſtarke Seele, welche nicht dazu ge⸗ ſchaffen war Feſſeln zu tragen, oder ſich unter den Willen von irgend Jemanden zu beugen. Wenn man in die tiefblauen, faſt ſchwarzen Augen hinein⸗ blickte, ſo las man darin auch den Ausdruck eines warmen Gefühls, eines ungewöhnlichen Verſtandes und eines zärtlichen Herzens.
Die Familie des Profeſſors bewohnte beide Stock⸗ werke in dem kleinen Hauſe auf der nördlichen Zoll⸗ ſtraße— eine Wohnung, die der Profeſſorin im höchſten Grade mißſiel; aber vergeblich hatte ſie


