Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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aber ſie begegnete einem ſo hartnäckigen Widerſtand, daß alle ihre Bemühungen ſcheiterten; denn Albert wich nicht ein Haar breit von ſeinem gefaßten Be⸗ ſchluß ab. Die Mutter gab ihm inzwiſchen acht Tage Bedenkzeit.

Schon am folgenden Tage hatte Albert das elter⸗ liche Haus verlaſſen und ſchaukelte ſich auf den Wogen des Mälars nach Upſala zu. Von dort ſchrieb er an die Profeſſorin, daß er durch Verkauf ſeiner goldenen Uhr und Kette ſich in der gelehrten Stadt ſo lange aufhalten zu können glaube, bis er ſich Schüler verſchafft habe.

Jetzt entſtand bei der Profeſſorin ein ſchwerer Kampf zwiſchen ihrer Eitelkeit und ihrer Herrſch⸗ ſucht. Die erſtere ſträubte ſich dagegen, daß ihr Sohn, der Sohn des reichen Profeſſor von Krug, ſich auf eine ſolche Weiſe die Mittel zu ſeinem acade⸗ miſchen Studium verſchaffen ſollte. Was würde die Welt dazu ſagen? Was ſollte man von ihr denken, da jedermann wußte, wie reich ihr Mann und daß ſie eigentlich diejenige ſei, welche ſeine An⸗ gelegenheiten beſorgte. Nein, das ging unter kei⸗ nen Umſtänden; aber gezwungen zu werden, ihrem Kinde nachzugeben, gezwungen zu werden, ſich in ſeinen Willen zu fügen, das ſei doch wahrlich ziem⸗ lich hart. Sie fühlte, daß dies eine der bitterſten Stunden in ihrem Leben ſei. Endlich mußte, nach einem heftigen Kampf, die Herrſchſucht nachgeben und ſie ſandte ihrem Sohne Geld, aber ohne etwas Ande⸗ res, als folgende Worte beizufügen:

Ich rathe Dir, mir ein andermal nicht zu trotzen;