Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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deſſen nur ohnmächtige Verſuche, eine Feſſel abzu⸗ werfen, welche ihm die Nothwendigkeit und die kind⸗ liche Ehrfurcht aufgelegt hatten. Der erſte ernſte Streit zwiſchen der Mutter und dem Sohn entſtand wegen der Frage, welchen Lebensberuf er wählen ſolle.

Die Profeſſorin, welche bei allen ihren Hand⸗ lungen von Eitelkeit und Hochmuth regiert wurde, hatte ihren Sohn für die militäriſche Laufbahn be⸗ ſtimmt. Als Albert ſein Examen als Student ge⸗ macht hatte, verkündigte ſie ihm ihren Beſchluß in dieſer Beziehung; aber ſie wäre beinahe in Ohn⸗ macht gefallen, als der Sohn ihr ganz beſtimmt er⸗ klärte, er beabſichtige durchaus nicht Militär zu wer⸗ den, ſondern wolle ſeine Studien fortſetzen.

Aber ich denke nicht daran, in dieſem Falle Deinen Wunſch zu erfüllen, bemerkte die Mutter in ſtrengem und ſcharfem Ton; ich gebe Dir keine Un⸗ terſtützung zur Fortſetzung Deiner Studien, und Du möchteſt denn doch wohl einſehen, daß es Dir un⸗ möglich ſein wird, Deinen Plan auszuführen.

Nein, ich kann ebenſo gut ſtudiren wie tauſend andere arme Jünglinge. Ich ſuche mir eine Stelle als Hauslehrer und kann mich nachher für meinen Lohn und für den Ertrag der Stunde, welche ich zu geben gedenke, auf der Academie aufhalten, ant⸗ wortete der Sohn mit ebenſo unerſchütterlicher Feſtig⸗ keit, wie die Mutter.

Die Profeſſorin mußte zu der Riechflaſche ihre Zuflucht nehmen, um nicht wegen dieſer unerhörten Dreiſtigkeit von Albert in Ohnmacht zu fallen. Sie faßte indeſſen doch bald Muth und verſuchte den Willen des Sohnes unter den ihrigen zu beugen;