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gerade entgegentrat, je ein, daß man ſie durch Bitten und Thränen dazu hätte bewegen können, einen Schritt von einem einmal gefaßten Beſchluß abzu⸗ weichen. Man erkannte, daß ein unbeugſamer Wille neben einem blinden Vertrauen zu der Unfehlbarkeit ihres eigenen Urtheils, zur Richtigkeit ihrer Anſich⸗ ten und felbſt zur Gültigkeit der Vorurtheile, welche ſie hegte, in dieſer Seele wohnte. Aus dieſen hohen Gedanken von ſich ſelbſt entſprang ihre unnachgie⸗ bige Forderung, daß Alle in ihrer Familie, alle ihre Dienſtleute, alle ihre Umgangsfreunde, ihre Ueber⸗ legenheit anerkennen ſollten.
Sie hatte, wie geſagt, zwei Kinder. Albert war der Aeltere und Albertine ganze neun Jahre jünger. Mit eiſerner Hand hatte die Profeſſorin ſie erzogen und ihnen von ihrer früheſten Jugend an eine ſolche blinde Ehrfurcht eingejagt, daß es ihnen nie einfiel, auch nur einen Gedanken auszuſprechen, der mit den ihrigen in Widerſpruch ſtand. Dieſe deſpotiſche Er⸗ ziehung bewirkte, daß die Kinder nur die Furcht vor, aber nicht die Liebe zur Mutter kannten, und machte ſie außerdem verſchloſſen und voll Verſtellung. So waren ſie während ihrer Kindheit.
Albert wuchs auf vom Knaben zum Jüngling, und das drückende Joch, welches die Herrſchſucht der Mutter auf ſeine Seele legte, wurde für den freien und jugendfriſchen Geiſt ſo unerträglich, daß er oft im Ausbruch ſeines Aergers daſſelbe zu ſchütteln und zum Entſetzen ſeiner Mutter Proben ſelbſtſtän⸗ diger Handlungen dadurch zu geben wagte, daß er es eigenſinnig verweigerte, ſich ihren Urtheilsſprüchen zu unterwerfen. Bei dem Jüngling waren dies in⸗


