Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

Es iſt zur Erziehung der Kinder, daß ich das Geld erheben will. Du biſt doch wirklich der größte Thor, den eine Frau finden könnte.

Vollkommen richtig, ganz wahr, Du haſt immer Recht, meine Süße; aber wo ſoll ich die Gelder her⸗ nehmen? Ich kann mich nicht erinnern, daß ich welche habe, und das weißt am beſten, meine Süße! Wollteſt Du mir noch mehr ſagen?

Waohrlich, von Krug, Du biſt ein Unglück für Deine arme Frau! Das weiß ich wohl, daß Du kein Geld haſt, da ich Deine Angelegenheiten be⸗ ſorge; aber da der Großhändler Epſtröm eigenſinnig genug iſt, Dich für klug zu halten und mir keine Gelder ausliefern will, ohne eine Vollmacht von Dir, ſo will ich jetzt jene Vollmacht haben. Begreifſt Du?

Dieſesbegreifſt Du wurde auf eine ſolche Weiſe geſagt, daß der Profeſſor auf ſeinem Stuhle empor⸗ ſchnellte, als wenn er einen elektriſchen Stoß erhal⸗ ten, und ergriff dann, vollkommen aus ſeinen Dis⸗ tractionen erwacht, eine Feder, worauf die Frau ihm die Vollmacht dictirte und, als dieſe geſchrieben war, das Zimmer verließ.

Der Profeſſor vertiefte ſich wieder in ſeine Bücher und vergaß darüber die ganze Welt, ſeine Frau und Kinder mit eingerechnet, bis der alte Bediente kam und ihn mit den Worten weckte:

Ihre Gnaden haben mich geſchickt, um den Herrn Profeſſor für die Mittagstafel anzukleiden.

Nun, verehrter Leſer, hoffe ich, daß Du ungefähr einen Begriff vom Profeſſor von Krug haſt und wa⸗ rum er der Mann ſeiner Frau genannt wurde. Da er in unſerer Erzählung eine wichtigere Rolle ſpielen