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auf das Haupt Deines Vaters herab. Was haſt Du geſchrieben? antworte ſofort.
Calla nannte ihre Arbeit. Wir übergehen die Worte des Aergers und des Zornes, welche Milner ausſprach.
Calla, die einſchmeichelnder und vielleicht gut⸗.
müthiger und weniger egoiſtiſch als Eliſe war, em⸗ pfand in Folge deſſen ein Unbehagen bei dem Schmerz, welchen der Vater an den Tag legte. Sie ſuchte durch ihre Zärtlichkeit das Bittere ihrer Mittheilung zu mildern.
Aber jene Enthüllungen waren zu plötzlich ge⸗ kommen und ſtanden in geradem Widerſpruch mit dem, was der Vater in Beziehung auf ſeine Töchter wünſchte; und wir müſſen einräumen, daß Milner gar zu ſonderbare Begriffe von Schriftſtellerinnen und Künſtlerinnen hatte, als daß es über ſich hätte gewin⸗ nen können, ſeine Töchter in dieſen beiden Eigen⸗ ſchaften auftreten zu ſehen.
Er, welcher ſie bereits in der Einbildung mit wohlhabenden, um nicht zu ſagen reichen, Männern verheirathet und ſich ſelbſt als den glücklichſten Fa⸗ milienvater von der Welt geſehen, er wurde jetzt damit bedroht, daß die Eine nach Stockholm reiſe, um auf dem Theater aufzutreten und ausgepfiffen oder applaudirt zu werden, was er für gleich ſchimpf⸗ lich hielt, und die Andere ſich an einem Schreib⸗ tiſch niederließe, um ſich in ihre Phantaſieen zu ver⸗ tiefen, und ſo exaltirt und zerſtreut zu werden, daß ſie weder wie andere Menſchen ſprechen, noch ant⸗ worten könnte, ſondern immerwährend aus Zerſtreut⸗ heit Sottiſen machte, ohne fähig zu ſein, Freude und
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