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— Was ſagſt Du? Du gibſt D— eine ab⸗ ſchlägige Antwort?
— Ja, Papa.— Ich habe übrigens beſchloſſen, mich nicht zu verheirathen; denn dieſes Abquälen
für die materiellen Bedürfniſſe, dieſe Rolle der erſten Dienerin im Hauſe, welche eine Frau ſpielt, kommt mir viel zu elend vor, als daß ein freier Menſch darnach ſtreben könnte.— Wenn Weib und Mann eine gleiche Stellung einnehmen, und die Eine ſich dem Andern nicht unterzuordnen braucht, wenn ſie die⸗ ſelben Freiheiten und Rechte erhalten, dann, Papa, kann ich mich vielleicht dazu entſchließen zu heirathen; bis dahin bleibe ich Künſtlerin.
— Gegen meinen Willen?
— Ja, wenn ich nicht Deine Einwilligung erhalte, ſo werde ich es gegen Deinen Willen,— antwortete
Eliſe mit milder Stimme, und ergriff die Hand des
Vaters, welche ſie küßte.
— Kind, Kind, Du ſtehſt im Begriff, Deinem Vater einen großen Kummer zu bereiten,— ſagte Milner mit einem ſchmerzlichen Ausdruck.
— Nur einen eingebildeten, beſter Papa; denn
wenn Papa mit ſeinem geſunden und klaren Ver⸗ ſtand darüber nachdenkt, ſo wird Papa die Sache von einem ganz anderen Geſichtspunkt betrachten.
Dann erwähnte Eliſe, daß es ihr gelungen ſei, durch ihren früheren Muſiklehrer, Herrn 3—, das Verſprechen zu erhalten, bei dem königlichen Theater als ih oder als Schülerin angenommen zu werden.
Mit finſterer Miene hörte Milner der Tochter
zu, und als ſie zu Ende war, ſagte er nur:


