Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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meine Stimme bezahlen. Du cultivirſt das Feld, ich meine muſikaliſchen Anlagen. Mein Gott, ſiehſt Du nicht ein, mein gutes

Papachen, daß das Eine unmöglich mehr erniedrigend

ſein kann, als das Andere?

Höre mal, Eliſe, ich ſitze nicht hier, um von Dir Unterricht zu nehmen. Du magſt Stimme haben oder nicht, das kommt auf Eins heraus; aber das iſt gewiß, daß Du nicht Sängerin werden darfſt, es möge nun eine noch ſo große Ehre damit verbun⸗ den ſein. Ich will es nicht ſehen und nichts davon wiſſen, daß Du die Theaterbretter betreteſt. Uebrigens werden wohl alle die Ideen da zuſammenſtürzen, wenn ich Dir mittheile, daß der junge D um Deine Hand anhält, und daß mein beſtimmter Wille iſt, daß Du ſeine Hand annimmſt.

Calla ſtützte ihr Haupt auf ihre Hand und be⸗ trachtete die Schweſter. Eliſe wechſelte wieder ein wenig Farbe, und antwortete mit derſelben Ruhe, mit welcher ſie die ganze Zeit geſprochen:

Gewiß kann es nicht Deine Meinung ſein, lieber Papa, mich zu Etwas zu zwingen, was ich ſelbſt nicht will. Wir leben nicht in den Zeiten, in welchen die Töchter eine Handelswaare in den Händen der Eltern waren, die ſie nach Belieben an den Meiſtbietenden verkaufen konnten. Nein, die Geſellſchaft hat uns wirklich das Recht eingeräumt, auch eine Stimme mit zu haben; und da ich unter keinen Umſtänden auf daſſelbe zu verzichten gedenke, oder mich lebenslänglich zur Sklavin eines Mannes zu machen, ſo wage ich es, dem jungen D eine beſtimmte abſchlägige Antwort zu geben.