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— War es nichts Anderes? Jeder Menſch muß ſeinem inneren Rufe folgen.
— Ruf, Sängerin zu werden, was ſchwatzeſt Du?— fiel Milner hitzig ein.
— Papa,— bat Fliſe freundlich,— laß uns die Sache kaltblütig ins Auge faſſen. Ich habe eine gute Stimme, ich habe wirklich muſikaliſche und, wie ich glaube, auch dramatiſche Anlagen; was iſt na⸗ türlicher, als daß ich eine Laufbahn wähle, auf wel⸗ cher dieſe meine Anlagen ſich geltend machen können. Schauſpielerin zu ſein, iſt nichts anders, als Künſt⸗ lerin zu ſein.
Man genießt als Künſtler Achtung und führt das angenehmſte Leben, weil man frei und nur von ſeinem Talent abhängig iſt.— Es iſt nur hier im Dorf und in den Augen von unwiſſenden Leuten, daß man Vorurtheile gegen den Schauſpielerberuf hat. Aber ein aufgeklärter Menſch hütet ſich, etwas ſo Einfältiges auszuſprechen.
— Einfältig oder nicht, ſo will ich nicht, daß eins meiner Kinder Comödiantin werden ſoll,— ant⸗ wortete Milner faſt ſtreng.
— Du biſt nicht arm und brauchſt nicht die elende Rolle zu übernehmen, andere Leute für Geld zu amüſiren.
— Beſter, guter Papa, ſpreche um Gottes willen nicht ſo, es klingt denjenigen, die nicht gewohnt ſind, eine ſolche Sprache zu hören, ſo ſonderbar.
Eliſe lächelte.
— Wenn wir recht nachdenken wollen, ſo ver⸗ kaufen und kaufen wir Alle vom Reichſten bis zum Aermſten. Du verkaufſt Dein Korn und ich laſſe
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