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Am Tage darauf ſaß Calla in ihrem Zimmer, den Kopf auf die Hand geſtützt und den Blick auf den eben erſchienenen Tendenz⸗Roman geheftet: „Die Stellung des Weibes, wie ſie ſein mußte.“ Dabei hielt ſie folgenden ſtillen Monolog:
— Es iſt Etwas à la Sophie Sayer, ſagte Harald von dieſem neuen Verſuch. Sollte wohl etwas Wahres in ſeiner Aeußerung liegen?
— Nein! der Verleger erklärte ja in ſeinem erſten Brief, daß dieſer mein erſter Verſuch von Geiſt zeuge. Er erſucht mich nur, den Tendenz⸗ Roman aufzugeben, weil das ein undankbares Genre iſt.— Aber, wenn ich bei Allem dieſem doch eine
unrechte Bahn betreten? Wenn Harald mit ſeinem geſunden und klaren Urtheil doch Recht hätte.
Harald und immer Harald; was gehen mich eigentlich Harald und ſein Streben an.
Calla machte das Buch wieder zu und ſtand auf, indem ſie ſagte:
— Nein, ich fühle, daß ich auf dem Wege fort⸗ ſchreiten muß, auf welchem ich den erſten Schritt ge⸗ than. Ich will mit meinem Vater ſprechen.
Calla ſtellte ſich vor das Fenſter, faltete die Hände und blickte hinauf nach der blauen Himmels⸗ feſte, während ſie in Gedanken fortfuhr:
3— Du weißt, o Gott! daß ich nur nach dem ſtrebe, was gut und recht iſt.
So ſtand ſie da lange Zeit; endlich aber ging ſie nach der Thüre mit den Worten:
— Ich muß mit Papa ſprechen.
— Ich muß mit Papa ſprechen,— ſagte in dem⸗ ſelben Augenblick Fliſe,— als ſie unten im Saale


