Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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und ſeines Berufes guter Engel werden, welcher ihn durch Milde und Liebe zu jener Wirklichkeit zurück⸗ führen würde, die er jetzt ſo tief verachtet. Denke Dir, welche ſchöne Aufgabe die Vorſehung Euch Frauen in dieſem Leben gegeben: das milde, ver⸗ ſöhnende Princip zu ſein, welcher unſere zügelloſen Leidenſchaften aus dem Sturme zum Frieden und zur Veredlung führt. Du haſt jetzt in Deinen Händen eine reichbegabte, aber ſchwache Seele.

Laß Deine einfache und wahre Auffaſſung des Guten und Rechten, Deine reine und ſanfte Liebe ſeine Stütze, ſein geiſtiger Führer werden.

Harald ſchwieg, unfähig ein einziges Wort hin⸗ zuzufügen. Sein Herz ſchlug heftig.

Welche auch meine Antwort werden möge, ſo iſt ja Erland jetzt ſo krank, daß er dieſelbe nicht einholen kann, ſtammelte Calla.

Auch verlange ich ſie nicht jetzt. Nein, Du mußt ihm ſie ſelbſt geben, wenn er kräftig ge⸗ nug wird, um ſich darüber zu freuen oder davon zu leiden, falls er dem Leben zurückgegeben wird.

Was ich jetzt von Dir verlange, iſt, daß Du ihn beſuchſt. Vielleicht wird der Anblick von Dir im Stande⸗ ſein, ſein aufgeregtes Gemüth zu beruhigen und ihn zur Beſinnung und Ruhe zurück⸗ zuführen. Du errötheſt, aber gieb Dich zufrieden,

ich würde Dir nie Etwas vorſchlagen, was unpaſ⸗ ſend wäre.

Onkel Ahlbom iſt als Arzt bei Erland anweſend, und übrigens iſt es eine Handlung der Barmherzigkeit, welche unmöglich Etwas an ſich haben kann, worüber Di zu erröthen brauchſt.

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