Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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Calla's Hand mit einem milden und redlichen Aus⸗ druck im Blick, welcher für eine Weile das Traurige darin venſcheuchte.

Wir ſind zuſammen aufgewachſen, wozu dient denn Verſtellung? Die Aufrichtigkeit iſt ja eine der ſchönſten Tugenden des Menſchen. Antworte mir deßhalb ehrlich! Warſt Du geſtern Abend nach elf Uhr am Pavillon.

Nein, Harald, das war ich nicht, ant⸗ wortete Calla und blickte dem Freund ihrer Kind⸗ heit offen ins Geſicht.

Dank, Dank, Calla, ſtammelte Harald be⸗ wegt.

Ach! ich wußte im Voraus, daß Du es nicht ſein könnteſt! fügte er gleichſam bei ſich hinzu, mein Herz ſagte es mir.

Er ließ Calla's Hand los und erzählte mit Ruhe den Verlauf von Erlands Krankheit; daß man ihn ohnmächtig im Parke gefunden, daß er dann von einem ſchweren Blutſturz befallen worden ſei und jetzt an einer heftigen Lungenentzündung darniederliege.

Calla hörte ihm mit bleichen Wangen zu.

Harald ſchloß folgendermaßen:

Calla, ſein Leben hängt vielleicht von der Antwort ab, welche Du ihm giebſt. In ſeinem Brief hat er Dir ja bereits ſeine Liebe geſtanden. Aber faſſeſt Du auch die ganze Kraft jenes Gefühls, welches im Stillen in ſeinem Herzen entſtanden iſt, ohne daß er ſelbſt darauf Acht gegeben? Faſſeſt Du die ganze Wärme und Hingebung deſſelben? Ach, Calla, Du mit Deinem reichen, friſchen und für alles Schöne offenen Seele würdeſt ſeines Lebens