Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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Beim Abendeſſen erſchien Calla nicht. Sie ent⸗ ſchuldigte ihr Ausbleiben mit heftigem Kopfweh,— für Haralds heiteres Gemüth war es ein unange⸗ nehmes Gefühl, als Calla ſich den Abend nicht mehr zeigte. Ihre heftige und eifrige Vertheidigung, als von jener fatalen Schrift die Rede war, kam ihm ſonderbar vor und ihr Wegbleiben vom Eſſen hielt er ganz richtig für den Ausbruch einer ſchlechten Laune. Ungewöhnlich verſtimmt wanderte Harald nach Hauſe, aber ſtatt den gewöhnlichen und geradeſten Weg einzuſchlagen ging er durch den Park von Kol⸗ linge.— Eine eigenthümliche innere Aufregung ſtimmte ſein ſonſt ſo vertrauenvolles Herz zu Zwei⸗ fel.— Dieſe Zweifel führten ſeine Schritte zum Pavillon. Er betrachtete den Platz und entdeckte neben dem Gebäude einen großen Stein. Der junge Mann trat einen Schritt näher an denſelben heran, beſann ſich aber.

— Welche elende Handlung bin ich im Begriff zu begehen,— murmelte er.

Sein redliches Herz mißbilligte aufs Beſtimmteſte die Bewegung, welche eine Zeit lang ſeine beſſeren Gefühle beherrſcht hatte; auch entfernte er ſich von dem verführeriſchen Gegenſtand und lenkte auf den Fußſteig ein, welcher nach der Gränze von Björnbo führte. Gerade, als er auf dieſen Steig eingebogen war, hörte er, daß Tritte von zwei verſchiedenen Seiten ſich der Stelle näherten. Einen Augenblick blieb er ſtehen und lauſchte, aber als wenn er ſeine eigene Schwäche fürchtete, beeilte er ſeine Schritte. Wir kehren indeſſen nach dem Pavillon zurück.