Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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— Schnack! das wäre das geringſte Uebel; aber denke Dir nur, in welches hübſche Dilemma Harald und ich gerathen würden. Hier im Kirchſpiele giebt es zwölf heirathsluſtige Mädchen und nur vier Hei⸗ rathscandidaten. Das würde einen ſchönen Spec⸗ takel geben. Wir bekämen viel zu viele, die uns freien würden. Hu, mich friert's ordentlich, wenn ich an die Mamſellen R—, Sophie L— und Tante Barbro denke.

Calla ſah, trotz allen ihren Anſtrengungen aus, als wenn ſie eine innere Bewegung zu unterdrücken ſuchte, und als wenn ſie auf einem Bratſpieß gewendet würde.

— Iſt Dir auch jenes merkwürdige Buch in die Hände gefallen?— fragte Harald.

— Du haſt Recht, daß Du fragſt. Der T— hole mich, wenn ich mich darum bekümmert hätte „die Stellung wie ſie ſein ſoll“ zu leſen, wenn Papa mich nicht darum gebeten hätte, es zu thun. Er wollte wiſſen, ob es eine rein moraliſche Schrift ſei; denn in dieſem Falle ſollten natürlich die Mäd⸗ chen dieſelbe ſtudiren.— Nun gut, ich zog gegen das Geiſtesproduct zu Felde, und als ich das Buch wieder zumachte, hätte ich der Verfaſſerin die Ruthe geben mögen.

Calla riß ſich los und ſprang von dannen. Die Thränen drangen unwillkürlich aus den Augen des jungen Mädchens.