Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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— Mein Gott! welche charmante Farbe Du be⸗ kommſt,— rief Harald lachend. 5— Haſt Du vielleicht die treffliche Schrift ge⸗ eſen?

— Ja, antwortete Calla,— welche wo möglich noch röther wurde.

— Nun, dann wundert es mich nicht, daß Du

errötheſt. Es muß unwillkürlich ein wahres feinfüh⸗

lendes Weib ärgern, daß eine von ihrem Geſchlecht ſo viel Papier beſudelt hat, nur um ſolchen kläg⸗ lichen Nonſens zu ſchreiben.

— Nonſens!— rief Calla und die Adern an den Schläfen ſchwollen ihr.

— Ja gewiß! Oder kannſt Du wirklich unter allen dieſen Declamationen von Freiheit, Menſchen⸗ liebe, Eifer für das allgemeine Beſte und Intereſſe für die Aufklärung einen einzigen vernünftigen Ge⸗ danken herausfinden?— Wenn jene blauſtrumpfige Dame, welche dieſes Sammelſurium zuſammenge⸗ ſchrieben hat, klug iſt, dann bin ich verrückt, beſte Calla.

Calla's Geſicht hatte den Ausdruck des lebhafte⸗ ſten Aergers; ſie antwortete mit zitternder Stimme:

— Du findeſt wohl nur deshalb, daß das Buch

ſo unter aller Kritik iſt, weil Pu vermutheſt, daß es von einem Frauenzimmer geſchrieben iſt.— Deine

Antipathie gegen Schriftſtellerinnen iſt ſo groß, daß ſie Dich parteiiſch macht. Wer hat Dir übrigens ge⸗ ſagt, daß dieſe Arbeit nicht von einem Mann ver⸗ faßt iſt?

— Mein Verſtand. Oder glaubſt Du wirklich,

daß man die Phantaſicen eines Weibes nit dem ge⸗ 10*