Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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den Schlüſſel um, und die kleine Amazone befand ſich als Gefangene in ihrem eigenen Zimmer.

Eine lange Zeit blieb ſie mitten im Zimmer ſtehen und ſchien über ihre Lage nachzudenken, während ſie murmelte:

— Iſt denn die alte Barbro toll geworden, weil ſie, die doch immer ſo nachgiebig war, jetzt mei⸗ nen Willen mit Gewalt bezwingen will. Sie täuſcht ſich, wenn Sie glaubt, daß ich mich fügen werde.

Urda ſetzte ſich ans Fenſter, um Jemanden, der vorüberkäme zu rufen, daß man ihren Vater bitten ſollte, hinaufzukommen. Nach längerer Zeit erſchien ein Mädchen im Hofe.

— Karin, bitte den Capitain, zu mir heraufzu⸗ kommen.

Karin ging hinein, kam aber nicht wieder heraus und Urda's Vater zeigte ſich auch nicht. Es war eine Viertelſtunde, eine halbe Stunde und endlich eine ganze Stunde verfloſſen. Niemand erſchien. Nach Verlauf von fünf Viertelſtunden wurde die Droſchke des Capitains von einem Knecht vor den Hauseingang gefahren. Urda befahl dem Knecht, dem Capitain zu ſagen, daß ſie ihn zu ſprechen wünſche. Als der Knecht wieder kam, war er von Erland und Harald begleitet, welche in die Chaiſe einſtiegen. Urda zog ſich vom Fenſter zurück. Sie fuhren mit dem Knecht hinten darauf von dannen.

In demſelben Augenblick klopfte Barbro an die Thüre und fragte:

Hat Urda die Kleider angezogen, die ich be⸗ reit gelegt habe?

— Nein.