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— Ich werde zu Papa gehen und fragen, was das heißen ſoll!— brach Urda aus.
— Das wirſt Du nicht.
Damit verſchloß Barbro die Thüre doppelt, ſteckte den Schlüſſel in die Taſche und fügte in einem Tone, den ſie ſelbſt für imponirend hielt, hinzu:
— Du ſoliſt die Kleider anziehen, welche ich für Dich aufs Bett hingelegt babe, oder Du bleibſt zu Hauſe.
Urda, welche von Kindheit an gewohnt war, daß Alle ihrem Willen nachgaben, wurde purpurroth im Geſicht, faßte Barbro am Arme und rief:
— Glaubt Tante, mich zwingen zu können?
Es ſah in der That einen Augenblick aus, als wenn jedes der beiden Frauenzimmer durch irgend eine handgreifliche Kraftäußerung auf ſeine Weiſe ſeinen Willen zur Geltung bringen wollte; aber Barbro unterdrückte ihre Luſt, auf eine ſolche Weiſe über Urda zu ſiegen. Sie machte ihren Arm los und ſchob das junge Mädchen von ſich.
— Willſt Du nicht,— ſagte ſie,— die Kleider, die ich Dir angewieſen, dann kommſt Du heute nicht nach Kolinge.
Und jetzt ſchloß Barbro die Thüre auf, um ſich hinauszubegeben; aber mit einem Sprung war Urda an der Thüre, um ebenfalls die Kammer zu verlaſ⸗ ſen. Doch Barbro gehörte nicht zu denjenigen, die ſich leicht durch eine Ueberrumpelung beſiegen laſſen. Sie ſchob Urda ſo heftig bei Seite, daß dieſe weit ins Zimmer zurückgedrängt wurde; zu gleicher Zeit verſchwand Barbro durch die Thüre, drehte im näch⸗ ſten Augenblick, als Urda auf dieſelbe losſtürzte,


