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Währenddem waren Barbro und Urda mit ein⸗ ander in das Zimmer der Erſteren hinaufgegangen, welches im oberen Stockwerk lag.
— Nun, liebes Kind, was für ein Kleid willſt Du anziehen?— fragte Barbro ganz unſchuldig und ſetzte ſich ins Sopha.
— Kleid? Iſt Tante närriſch? Ich beabſichtige den neuen Sommerrock mit Beinkleidern von der⸗ ſelben Farbe und umgeſchlagenen Hemdkragen an⸗ zuziehen.
— Du vergißt, kleine Urda, daß ungefähr fünf⸗ zig Perſonen nach Kollinge kommen; darunter die Familie des Propſtes und des Fabrikbeſitzers, um nicht zu reden von all den übrigen Nachbarn und den Studenten, die der junge Milner mit ſich ge⸗ bracht hat.
— Nun, und dann?
— Du wirſt ja zum Spektakel für alle dieſe Men⸗ ſchen, aber nicht allein Du, ſondern auch ich und Dein Vater— ich, die ich mein ganzes Leben lang ordent⸗ lich gekleidet geweſen bin und mich immer betragen habe, wie es ſich einem ehrbaren Weibe geziemt.
— Wie kann Tante von ſich und mir zu glei⸗ cher Zeit ſprechen?— fragte Urda mit einem ver⸗ ächtlichen Achſelzucken.
— Ich beabſichtige mich ſo zu kleiden, wie ich es geſagt habe und damit Punktum.
— Nein, meine kleine Naſeweis, damit iſt es nicht Punktum,— rief Barbro mit der ganzen Würde und dem ganzen Stolze einer Herrſcherin.
— Du ſollſt Dich kleiden, wie ich es haben will, oder Du bekommſt es mit mir zu thun.


