Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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über ſich ſchämen zu müſſen ihr noch peinlicher vor⸗ kam, weil er mit ſeiner kalten, ſtrengen Miene einen gewiſſen Reſpekt einflößte. Außerdem hatte ſie ihn nach einer Trennung von drei Jahren erſt vor eini⸗ gen Tagen wiedergeſehen. Thränen des Aergers füllten ihre Augen. Erland fuhr fort:

— Was wäre das für ein Knabenſtreich, das arme todte Geſchöpf nach Hauſe zu bringen und dadurch einen neuen Beweis dafür zu liefern, wie ſchlecht Urda ihre Stellung als gutes Weib und züchtiges Mädchen zu würdigen weiß. Wenn Du Dich nicht ihretwegen genirſt, ſo thue es aus Rück⸗ ſicht auf ihren Vater.

— Ich brauche Deine Vermittelung nicht und auch nicht vor Dir, oder irgend Jemanden zu er⸗ röthen,— rief Urda ſtolz, und zum Beweis dafür werde ich ſelbſt meine arme todte Katze nach Hauſe tragen und meinem Vater die Geſchichte erzählen.

Harald überreichte ihr die Katze mit einer ſo komiſch höflichen Verbeugung, daß Urda bei jeder anderen Gelegenheit in ein herzliches Gelächter aus⸗ gebrochen wäre, aber jetzt nahm ſie ihr lebloſes Opfer und entfernte ſich raſch, ohne die Vettern eines einzigen Blickes zu würdigen.

— Jetzt gefiel ſie mir,— ſagte Erland.

— Das iſt mehr, als ich ſagen kann,— er⸗ wiederte Harald mit Achſelzucken.— Ich würde mich wahrhaftig ertränken, falls das Schickſal grau⸗ ſam genug wäre, mir ein ſolches Weib zur Frau zu beſcheeren. Hu! ich würde dann nicht mehr Muth haben, mich zu erſchießen, ſo verzweifelt würde

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