Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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wo die weiße Erſcheinung auf einen Baum hinauf⸗ retirirte, ihr Gewehr angeſchlagen, ohne zu bedenken, daß die Haſen bisher nicht gepflegt haben ſo hoch zu ſtreben. Dabei dachte ſie:

— Wie wird Harald, der mich immer ausgelacht und behauptet hat, daß ich nicht einmal eine Krähe ſchießen könnte, jetzt überraſcht werden, wenn ich mit einem Haſen nach Hauſe komme. Damit knallte der Schuß und das weiße Geſchöpf ſiel vom Baume mit einem kläglichen Jammern herunter, welches andeutete, daß es einem ganz anderen Geſchlechte als dem der ſchweigſamen Haſen angehörte. Mit einem Schreckensruf ſprang Urda hin zum Baume und fand ihren Liebling todt und in ſeinem Blute gebadet zu ihren Füßen liegen.

Der Anblick des gemordeten Thiers erregte ihr tiefes Mitleid, und der Gedanke, daß es durch ihre Hand getödtet worden rief einen ſo bitteren Schmerz in ihr hervor, daß die Thränen über die jetzt bleichen Wangen herabrollten. Vielleicht ſchwebten folgende Worte von Frau Lenngren in dem Gedächtniſſe der jungen Amazone:

„Beim Stickrahmen und bei Deinen Bändern bleib' Und zeichne Muſter auf der Fenſterſcheib'.

Und Urda hätte jetzt viel lieber zu Hauſe am Stickrahmen ſitzen mögen, als hier ſtehen, um als die Mörderin der getödteten Katze Thränen der Reue zu weinen.

Aus dieſen Betrachtungen wurde ſie indeſſen durch Haralds Heiterkeit bald herausgebracht, und als ſie

Schwartz, Die Emancipations⸗Manie. 1.