er vermag; laß uns einander als treue Brüder un⸗ terſtützen.
Erland reichte Harald ſeine Hand, welche dieſer ergriff und drückte, indem er mit einem faſt trauri⸗ gen Blick ſagte:
— Auf meine brüderliche Liebe kannſt Du Dich immer verlaſſen, aber in Deiner Phantaſie und in Deinen von Natur ſtarken Leidenſchaften habe ich zwei gefährliche Feinde. In ſolcher Geſellſchaft iſt die arme Freundſchaft nicht immer von Treue be⸗ gleitet.
Hier wurden ſie durch einen Schuß ganz in der Nähe unterbrochen und einige Augenblicke darauf folgte der durchdringende Schrei eines Weibes.
— Was war das?“— fragte Erland und ſprang auf.
Harald antwortete nicht, ſondern eilte fort in der Richtung, wo der Schrei hergekommen war. Er näherte ſich vorſichtig und fand ungefähr hundert Schritte von der Stelle, wo die Brüder das Geſpräch mit einander gepflogen, Urda weinend neben der großen weißen Hofkatze auf Björnbo ſtehend, welche blutig und leblos auf dem Felde lag.
Bei dieſem Anblick brach Harald in ein Geläch⸗ ter aus, denn er begriff gleich den Zuſammenhang.
Die Sache war, daß Urda, welche auf die Jagd gegangen war, das gewöhnliche Mißgeſchick gehabt hatte, kein Stück Wild anzutreffen. Auf dem Wege nach Hauſe war ſie durch den Park gegangen und hatte den Hund einem weißen Gegenſtand nacheilen geſehen, welchen Urda in ihrer Jagdraſerei für einen Haſen gehalten. Sie hatte in demſelben Augenblick,


