Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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Auf ſeinem ſeelenvollen Geſicht ruhte ein Ausdruc tiefen Ernſtes. Es trat eine lange Pauſe ein; end⸗ lich ſagte er:

— Du haſt den Unterſchied zwiſchen uns und die ungleichen Ideale, welche mir nur zur Lebens⸗ aufgabe gemacht, treffend geſchildert.— Aber kannſt Du Dir auf eine ebenſo klare Weiſe Dir darüber Rechenſchaft ablegen, wie dieſe Verſchiedenheit ent⸗ ſtanden iſt?

— Zum Theil aus der Ungleichheit unſerer Na⸗ turanlagen, und zum Theil aus der Gewohnheit, der Du Dich ergeben haſt, nämlich: Deine Seele nur mit dem zu beſchäftigen, was Deine Phantaſie in Bewegung ſetzt, und nie mit etwas Wirklichem. Dieſe Einſeitigkeit Deines ſonſt ſo reich begabten Geiſtes, Erland, wünſche ich, daß Du bekämpfen und überwinden könnteſt.

— Bekämpfen und überwinden,— wiederholte Erland mit einem wehmüthigen Lächeln.— Ach, mein lieber Harald, dieſer Ausdruck von Dir be⸗ weist, daß der eine Menſch nie in der Seele des Anderen leſen kann.

Er ſtand auf und ſtrich mit der Hand über die breite Stirne.

— Ich habe mit wirklicher Kraft dieſe Richtung zu überwinden geſucht, welche meine geiſtigen Anla⸗ gen immer von der Kindheit an haben nehmen wol⸗ len, aber vergebens.

Dein lebensfriſches Gemüth, Deine geſunde klare Auffaſſung des Lebens wünſchte ich mir anzueignen; auch das war vergeblich; denn: 3