Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

gen Entzücken erfüllt, wenn Du den Schöpfer in der Natur anbeteſt? Wird nicht Dein Herz von einer krankhaften Sehnſucht nach— ich weiß nicht was, ergriffen?— und fühlſt Du nicht das Be⸗ dürfniß, für einige Augenblicke, dieſe elende, körper⸗ liche Hülle zu verlaſſen, um nur Geiſt zu ſein?— und gleichſam getrennt vom Erdenleben und deſſen kleinen, jämmerlichen Sorgen, gleichſam von dem in Dir lebenden Ideal umſchloſſen zu werden?“

— Nein, das habe ich wahrhaftig nie gefühlt. Nein, Bruder, wenn die Natur in ihrer Schön⸗ heit mich umgibt, dann wird mein Blut wärmer und fließt raſcher durch meine Adern; dann ſchlägt mein Herz voll Freude und Muth, dann erſt iſt mir mein Daſein recht lieb, und ich meine, daß jedes Laub, jeder Grasſtrauch, jeder Windhauch Genuß und Glück meiner Bruſt zuführt. Dann erſt bin ich recht vergnügt, recht glücklich als Menſch, ohne daß irgend ein Wunſch, ein Geiſt zu ſein, meine Zufrie⸗ denheit verbittert oder mich unzufrieden mit dem Gegenwärtigen macht. Die Wirklichkeit liebe ich, die Wälder, die Seeen und Thäler gehören ja ihr an.

— Ich vergeſſe immer, daß Du Materialiſt biſt. Laß uns von etwas Anderem ſprechen!

Erland ſeufzte.

— Warum ſchätzeſt Du das Materielle gering, Erland? Wir ſind ja ſelbſt aus Materie zuſammen⸗ geſetzt, und Alles, was wir lieben und bewundern, gehört ihr. Unſere poetiſchen Träume holen ihre Bilder aus der materiellen Welt und würden ohne ſie keine Form annehmen können.

— Mag ſein; aber Du liebſt die materiellen