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Die Luft war klar und eine vollkommene Ruhe herrſchte in der Natur, welche von den warmen
Strahlen der Juniſonne beſchienen wurde. Die
Himmelskönigin ſpiegelte ihr glühendes Geſicht in dem klaren Schooße des Meeres, indem ſie über daſſelbe eine Fluth von Sternen ausſtreute, welche auf der dunkelblauen Oberfläche blitzten.
Im Park und im Walde umher ſtimmten Droſ⸗ ſeln, Buchfinken und andere befiederte Sänger ihre Chöre an, und man brauchte nicht ein Poet zu ſein, um beim Anblick einer ſo ſchönen und mannichfaltigen Natur, ohne zu fühlen, daß die Bruſt ſich erweitere, und daß das Herz friſcher und wärmer, als ge⸗ wöhnlich ſchlage, oder von einer ſanften, unnenn⸗ baren wehmüthigen Sehnſucht ergriffen werde.— Nein! man brauchte nur Gefühl und ein unver⸗ dorbenes Herz zu haben, um einen dieſer Eindrücke zu empfinden.
Harald trat hinein in den Park, während er mit muntrer und raſcher Stimme ſang:
„Zwiſchen Wäldern und Seen auf grünendem Feld, Da ſteht mein gemüthliches, heiteres Zelt.“
Je weiter er in den Park hineinkam, deſto mun⸗ terer wurde der Geſang.— Das, was bei dem Schwärmer Sehnſucht und Wehmuth erweckt, ruft bei dem Lebensfriſchen die entgegengeſetzte Wirkung hervor. Nie fühlte Harald ſich freier und fröhlicher, als beim Sauſen der Bäume und Zwitſchern der Vögel. Nie kam das Leben ihm ſchöner und viel⸗ verheißender vor, als wenn er ſich im Herzen eines tiefen Waldes oder in einem Boote ſich wiegend


